Der AC Milan musste eine schmerzhafte Niederlage im eigenen Stadion hinnehmen und unterlag am ersten Spieltag der Ligaphase der UEFA Europa League mit 0:2 gegen Benfica. In einem San Siro, das auf einen Heimsieg gehofft hatte, waren es die Portugiesen, die zuerst zuschlugen und den Vorsprung bis zum Schluss mit einer Vorstellung der Effizienz verwalteten und die drei Punkte einsackten.
Wie das Spiel verlief
Milan trat mit der Absicht an, von Beginn an das Kommando zu übernehmen, doch es waren gerade einmal 11 Minuten vergangen, als Strahinja Pavlovic die erste Gelbe Karte der Partie sah – ein frühes Zeichen dafür, dass die Aufgabe für die Hausherren nicht einfach werden würde.
Die territoriale Überlegenheit fiel am Ende nahezu vollständig an die Rossoneri, die das Spiel mit 61 % Ballbesitz und einem deutlichen Unterschied bei Torschüssen und Ecken beendeten. Im Strafraum jedoch neigte sich das Blatt zugunsten der Gäste, die ihre Chancen mit einer Konsequenz nutzten, die den Italienern über die gesamten 90 Minuten fehlte.
Benfica, defensiv geordneter und in den entscheidenden Momenten eiskalt, verwaltete das Ergebnis mit Klugheit, gestützt auf einen kompakten Block, der dem Offensivdrang von Milan ohne größere Schrecksekunden auf dem Anzeigetafel standhielt.
Tore und Schlüsselmomente
Der erste Schlag kam in der 16. Minute, als Dodi Lukébakio die Führung zum 0:1 markierte und damit die Heimfans in einer der frühen Phasen der Partie verstummen ließ.
Zuvor, in der 26. Minute, war bereits Souffian El Karouani verwarnt worden, und in der 37. Minute sah Jhon Durán die Gelbe Karte – ein Beleg für die Intensität, mit der Benfica seinen Vorsprung verteidigte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit, nach den Wechseln, die Milan zur Pause mit den Einwechslungen von Christian Pulisic und Mario Gila vornahm, schlug Benfica erneut zu. In der 53. Minute erhöhte Jakub Kaminski auf 0:2 – ein Treffer, der die Partie praktisch entschied.
Milan versuchte mit den Einwechslungen von Diego Moreira, Alexis Saelemaekers und später Adrien Rabiot zu reagieren, konnte die defensive Widerstandskraft der Portugiesen aber nicht durchbrechen. Benfica sammelte im Laufe der zweiten Halbzeit derweil weitere Verwarnungen, mit Gelben Karten für Daniel Banjaqui, Leandro Barreiro und, bereits in der Nachspielzeit, für Vangelis Pavlidis, der wenige Minuten zuvor eingewechselt worden war.
Die Zahlen
Die Statistiken spiegeln ein Spiel der Gegensätze wider: Milan dominierte den Ballbesitz deutlich (61 % gegenüber 40 %) und erzeugte mehr Spielvolumen, mit 17 Torschüssen gegenüber 11 von Benfica sowie einem deutlichen 10:1 bei den Ecken.
Bei der Statistik, die wirklich zählt, den Schüssen aufs Tor, standen sich beide Teams jedoch mit jeweils 4 gleichauf gegenüber, was bestätigt, dass Benfica mit seinen Gelegenheiten deutlich treffsicherer umging.
Der portugiesische Klub zeigte sich auch in disziplinarischer Hinsicht engagierter, mit 5 Gelben Karten gegenüber der einzigen, die Milan sah, sowie 3 registrierten Abseitspositionen. Bei den Paraden hatte der Torhüter von Benfica mehr zu tun, mit 4 Interventionen gegenüber 2 des Rossoneri-Schlussmanns.
Der Tabellenstand
Mit diesem Ergebnis startet Benfica mit festem Schritt in die Ligaphase der Europa League, holt seine ersten 3 Punkte und liegt auf dem zweiten Platz der Gesamttabelle, mit einer Tordifferenz von +2 dank des 2:0-Erfolgs in San Siro.
Der Schlag sitzt tief beim AC Milan, der nach seinem ersten Auftritt ohne Punkte dasteht und bis auf Platz 34 der Tabelle abrutscht, mit einer negativen Tordifferenz von -2. Der europäische Spielplan steht erst am Anfang, doch der Ausrutscher im eigenen Stadion zwingt die Rossoneri, den Kurs schnellstmöglich zu korrigieren, wenn sie im Kampf um die Qualifikationsplätze mitmischen wollen.
Unsere Einschätzung
Unsere Einschätzung des Spiels ist, dass Milan seinen mangelnden Torinstinkt an einem Abend teuer bezahlte, an dem das Spielvolumen gegen einen Gegner nicht ausreichte, der bei seinen zwei klarsten Chancen chirurgisch präzise war. Den Ball zu dominieren und beharrlich Ecken herauszuholen, nützt wenig, wenn es sich nicht in Tore ummünzen lässt, und genau das war der große Unterschied zwischen beiden Mannschaften.
Benfica hinterließ das Bild einer reifen und pragmatischen Mannschaft, die zu leiden wusste, als der Gegner Druck machte, aber auch fähig war, im richtigen Moment zuzuschlagen. Die Häufung der Gelben Karten mag künftig ein Warnsignal sein, beeinflusste diesmal aber das Endergebnis nicht.
Für Milan ist die Botschaft klar: In einem so anspruchsvollen Wettbewerb wie der Europa League wird die Effizienz vor dem Tor entscheidend sein, und dieser erste Ausrutscher im eigenen Stadion lässt für den Rest der Ligaphase wenig Spielraum für weitere Fehler.
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